Tech-Flops, die Unternehmen Milliarden gekostet haben
Von Samsung-Handys, die buchstaeblich explodierten, bis hin zu Microsofts 7,6-Milliarden-Dollar-Fehlkauf von Nokia -- diese Tech-Katastrophen beweisen, dass selbst die klügsten Unternehmen spektakulaer dumme Entscheidungen treffen koennen.
· 5 MIN READ

Wir haben alle schon schlechte Kaeufe gemacht. Vielleicht hast du einen Entsafter gekauft, der seit 2019 Staub sammelt. Vielleicht hast du 300 Euro fuer eine Drohne ausgegeben, die gerade irgendwo in einem Baum sitzt. Ich habe mal eine Lederjacke online gekauft, die mich weniger wie Ryan Gosling in Drive und mehr wie einen Tuersteher bei einer mittelmaeßigen Kneipe aussehen ließ. Hat mich 180 Euro gekostet. Mein Stolz hat mehr gelitten als mein Geldbeutel.
Aber wenigstens habe ich nicht 7,6 Milliarden verloren. Diese Unternehmen schon. Und schlimmer. Gehen wir die zehn teuersten Tech-Bauchlandungen der modernen Geschichte durch.
1. Samsung Galaxy Note 7 -- Das Handy, das buchstaeblich Feuer fing (5,3 Milliarden Dollar)
2016 brachte Samsung das Galaxy Note 7 raus, und fuer etwa drei Wochen war es das beste Handy auf dem Markt. Dann fing es an zu explodieren. Nicht bildlich. Nicht „wird ein bisschen warm." Explodieren. In Flugzeugen. In den Hosentaschen von Leuten. Samsung rief 2,5 Millionen Geraete zurueck und bot Ersatz an. Der Ersatz fing auch Feuer. Die Luftfahrtbehoerden verboten das Handy auf allen Fluegen. Samsung toetete die gesamte Produktlinie und fraß 5,3 Milliarden Dollar Verluste. Die Ursache? Aggressives Batteriedesign, das Duennheit ueber Nicht-eine-Handgranate-sein priorisierte.
Die Lektion: Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein -- wenn ein Produkt alles verspricht ohne Kompromisse -- versteckt sich der Kompromiss wahrscheinlich irgendwo. Er koennte einfach gerade brennen.
2. Google Glass -- 1,5 Milliarden Dollar, um beim Brunch wie ein Cyborg auszusehen
Google Glass startete 2013 mit dem Versprechen von Augmented Reality auf deinem Gesicht. Die Explorer Edition kostete 1.500 Dollar und ließ dich aussehen wie eine Hintergrundfigur in einem Direct-to-DVD-Science-Fiction-Film. Leute, die sie in der Oeffentlichkeit trugen, wurden sofort „Glassholes" getauft. Google gab geschaetzte 1,5 Milliarden fuer das Projekt aus, bevor sie die Konsumentenversion leise einstellten.
Die Lektion: Erster zu sein heißt nicht, schlau zu sein. Das beste Gadget der Welt ist wertlos, wenn es alle um dich herum unwohl fuehlen laesst.
3. Microsoft kauft Nokia -- Ein 7,6-Milliarden-Dollar-Liebesbrief, den niemand wollte
2014 beschloss Microsoft-CEO Steve Ballmer, Nokia fuer 7,2 Milliarden Dollar zu kaufen. Der Plan: Microsoft-Software mit Nokia-Hardware verheiraten. Innerhalb eines Jahres schaute der neue CEO Satya Nadella sich an, was sie gekauft hatten, und schrieb 7,6 Milliarden ab -- mehr als sie bezahlt hatten.
Die Lektion: Wirf nicht Geld auf ein Problem, nur weil es dir peinlich ist, dass du zurueckliegst.
4. Amazon Fire Phone -- Jeff Bezos' Einjahrwunder (170 Millionen Dollar)
Das Fire Phone hatte als Hauptfeature „Dynamic Perspective" -- der Bildschirm bewegte sich leicht, wenn man das Handy neigte. Revolutionaer? Nein. Uebelkeit erregend? Fuer manche Nutzer, absolut. Amazon nahm einen 170-Millionen-Dollar-Abschreiber.
5. Theranos -- 9 Milliarden Dollar auf Luegen und Rollkragenpullis gebaut
Elizabeth Holmes brach Stanford mit 19 ab, gruendete ein Bluttest-Unternehmen, behauptete, sie koenne Hunderte von Tests aus einem einzigen Tropfen Blut machen, und ueberzeugte die maechtigsten Leute Amerikas. Ein Problem: Die Technologie funktionierte nicht. Ueberhaupt nicht.
Die Lektion: Wenn jemand dir den Beweis nicht zeigen kann oder will, geh weg. Charisma ist kein Ersatz fuer Evidenz.
6. Yahoo lehnt Google ab
1998 boten Larry Page und Sergey Brin an, Google fuer 1 Million Dollar an Yahoo zu verkaufen. Yahoo sagte Nein. 2002 hatte Yahoo eine weitere Chance, Google fuer 5 Milliarden zu kaufen. Yahoos CEO versuchte, auf 3 Milliarden runterzuhandeln. Google ging. Heute ist Googles Muttergesellschaft Alphabet ueber 2 Billionen wert.
7. Blockbuster lehnt Netflix ab
Im Jahr 2000 boten die Netflix-Gruender an, ihr Unternehmen fuer 50 Millionen Dollar an Blockbuster zu verkaufen. Blockbusters CEO lachte sie angeblich fast aus dem Raum. Netflix ist heute ueber 400 Milliarden Dollar wert. Blockbuster hat genau noch eine Filiale uebrig.
8. Quibi -- 1,75 Milliarden fuer Content, den niemand wollte
2020, ein Streaming-Dienst fuer „schnelle Haeppchen" Premium-Content, designed fuer 10-Minuten-Stuecke auf dem Handy. Start mitten in der Pandemie, als alle zu Hause vor dem Fernseher saßen. Nach sechs Monaten eingestellt. 1,75 Milliarden Dollar, ein halbes Jahr, und ein Selbstvertrauen, das wirklich von mindestens einer Fokusgruppe begleitet haette sein sollen.
9. WeWork -- Von 47 Milliarden zur Insolvenz
Adam Neumann ueberzeugte Investoren, dass eine Firma, die Bueroflaeche untervermietet, eigentlich ein Technologieunternehmen sei, das 47 Milliarden wert ist. Der Boersengang wurde abgesagt. Neumann wurde rausgeworfen. WeWork meldete im November 2023 Insolvenz an.
Die Lektion: Vibes sind kein Geschaeftsmodell.
10. Apple Maps Start -- So schlecht, dass Tim Cook sich entschuldigen musste
2012 ersetzte Apple Google Maps durch Apple Maps. Die App leitete Leute in Fluesse. Sie verschmolz die Brooklyn Bridge zu einem Salvador-Dali-Gemaelde. Sie platzierte Krankenhaeuser mitten im Ozean. Tim Cook veroeffentlichte einen offenen Entschuldigungsbrief und sagte Nutzern, sie sollten Google Maps aus dem App Store herunterladen.
Die Lektion: Liefere nichts halbfertiges aus, nur weil du eine Deadline hast oder sauer auf einen Wettbewerber bist.
Das große Bild
Alle diese Fehler wurden nicht von Idioten gemacht. Samsung, Google, Microsoft, Amazon, Apple -- das sind Firmen voller brillanter Leute mit absurden Ressourcen. Sie haben trotzdem versagt. Manche wegen Ego. Manche wegen Timing. Manche weil sie jedes Warnzeichen ignorierten zugunsten der Geschichte, die sie glauben wollten.
Du wirst keine 7,6 Milliarden bei einer schlechten Entscheidung verlieren. Aber die Muster sind auf jeder Skala gleich. Jage keinem Hype hinterher auf Kosten der Substanz. Ignoriere keine roten Flaggen, weil du emotional investiert bist. Und wenn etwas nicht funktioniert, begrenze deine Verluste frueh, statt zu verdoppeln und zu hoffen, dass das Universum seine Meinung aendert. Das wird es nicht.
About the writer
AlphaMode Editorial
Editorial team byline
Read more from AlphaMode — full archive, full bio, and contact on their writer page.
Share this story
More from AlphaMode
Spot a problem with this piece? Email info@luba.media.


